Geschichte der FF Windhag

1909 – 1918

Die Not der Zeit war Anlass, dass in Windhag eine freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Am 2. August 1909 brannte das Wirtschaftsgebäude des Landwirtes Karl Schaumberger in Windhag nieder, am 8. September 1909 wurde das Wirtschaftsgebäude des Pfarrhofes in Windhag und am 24. Oktober das Wirtschaftsgebäude des Hauses Kamerlehen in Sonntagberg ein Raub der Flammen. Man kann sich heute nicht mehr vorstellen, wie hilflos man damals einer solchen Situation gegenüberstand.

Wie der Verhandlungsschrift vom 31. Oktober 1909 zu entnehmen ist, fanden sich am selben Tag 26 Männer von Windhag über Einladung von Herrn Oberlehrer Rudolf Rank im Gasthaus Schaumberger in Windhag ein, um über die Gründung einer Feuerwehr in Windhag zu beraten. Die Gründung der Feuerwehr wurde damals mit 26 Stimmen einstimmig beschlossen.

Am 6. November 1909 wurde eine Versammlung zwecks Aufnahme der ausübenden Mitglieder einberufen. 32 Mann gaben ihren Beitritt bekannt und wurden in den einzelnen Abteilungen eingeteilt. Ebenso wurde der Ankauf einer zweirädrigen Handdruckspritze sowie der Bau eines Feuerwehrdepots in der Nähe des  Wasserbassins beschlossen.

Rudolf Rank, Oberlehrer, war der Gründungskommandant. Seine Amtszeit dauerte von 1909 bis 1922.

Zwischendurch ein für unsere Zeit sehr interessanter Auszug aus der Verhandlungsschrift vom 4. Dezember 1909: Herr Leopold Maderthaner, Sandhof, erklärte sich bereit, bei Bränden in Richtung Schobersberg seine Ochsen als Zugtiere für die Feuerwehrspritze zur Verfügung zu stellen. Am 23. Oktober 1910 fand nach der Fertigstellung des Depots das Gründungsfest statt, welches laut Verhandlungsschrift wohlgelungen war.

Die finanzielle Lage war natürlich am Anfang eine sehr angespannte, wie das aus den Aufzeichnungen der folgenden Jahre immer wieder herauszulesen ist. So z.B. aus dem Jahre 1912, wo von der Abhaltung des Feuerwehrballes Abstand genommen wurde. Gründe: Die Zeiten sind schlecht, wenig Handel und Verdienst, Tierseuchen, in der Bevölkerung keine Stimmung und Lust für eine Ballveranstaltung. Es kam dann der große Weltkrieg, wo die Mehrzahl der ausübenden Mitglieder an die verschiedenene Fronten einrücken mussten und so mancher nicht mehr in die Heimat zurückkehrte. Dadurch war begreiflicherweise die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr stark geschwächt.

Gottfried Wagner, Almbauer, war Kommandant von 1922 bis 1944.

1922

… tritt der Gründungskommandant Rudolf Rank in den wohlverdienten Ruhestand und wird auf Grund seiner großen Verdienste zum Ehrenhauptmann ernannt. Bei der Neuwahl mittels Stimmzettel wurde Gottfried Wagner, Almbauer, zum neuen Hauptmann gewählt.

1928

… wurde die erste Motorspritze von der Firma Rosenbauer angekauft und geliefert.

1934 – 1945

1934 wurde anlässlich des 25 jährigen Gründungsfestes der Bezirksverbandtag abgehalten und laut Aufzeichnung nahm die Veranstaltung einen für ländliche Verhältnisse ausgezeichneten Verlauf.

Nach den Berichten über die in den folgenden Jahren zahlreichen Brandeinsätze in Windhag und Umgebung bricht 1939 der zweite Weltkrieg aus, der in den Reihen der Feuerwehrmänner wieder unersätzliche Lücken gerissen hat. Am 3. Februar 1944 starb auf einem Jagdgang, vom Schlag getroffen, Hauptmann Gottfried Wagner. Er hat die Feuerwehr Windhag durch 22 Jahre geführt und war seinem Vorgänger Rudolf Rank ein würdiger Nachfolger. Nach ihm übernahm Rudolf Hirtenlehner die Führung der Wehr bis zum Jahre 1946.

Rudolf Hirtenlehner, Kommandant von 1944 – 1946.

Josef Schaumberger, Gastwirt, Kommandant von 1947 – 1950 und von 1953 – 1956.

1946

Jene Kriegszeit war für die Wehr eine besonders schwere und so haben auch Windhager Mädchen, fünf an der Zahl, freiwilligen Feuerwehrdienst geleistet. Am 10. März 1946 wurde die Feuerwehr Windhag neu aufgestellt und Josef Schaumberger, Gastwirt in Windhag, übernahm das Kommandantenamt. Es gab viele Schwierigkeiten, bedingt durch die Kriegs- und Nachkriegszeit, hinsichtlich Geräten, Schlauchmaterial und Uniform zu überwinden.

1950

… ergab sich bei den Neuwahlen eine Umstellung des Kommandos. Neuer Kommandant: Gottfried Wagner, Eben. In den kommenden Jahren konnte der Uniformbestand nachgeschafft werden sowie der Feuerwehrschulbesuch stark aktiviert werden. Auch wurde die Feuerwehr mit den neu vorgeschriebenen Helmen ausgestattet.

1953

… legt Kommandant Gottfried Wagner seine Stelle zurück und es müssen wieder Neuwahlen durchgeführt werden. Josef Schaumberger, Gastwirt, übernimmt zum zweiten Mal die Kommandantenstelle. Allmählich konnte die Ausrüstung, Arbeitsuniform, Schläuche etc. dem neuesten Stand entsprechend angeschafft werden. Auch wird der Ankauf eines Feuerwehrautos besprochen.

Gottfried Wagner, Eben, Kommandant von 1953 – 1956.

Engelbert Wagner, Almbauer, Kommandant von 1956 – 1991.

1956

… finden wiederum Neuwahlen statt. Neuer Kommandant wird Engelbert Wagner, Almbauer.

1957

Am 21. Jänner 1957 wurde ein Gebrauchtfahrzeug der Type Jeep von der Firma Sulzbacher als Einsatzfahrzeug angekauft. Karl Schaumberger, Oberweg, borgt der Feuerwehr dafür einen namhaften Betrag zur Vorfinanzierung. Ein Zubau zum bestehenden Zeughaus musste errichtet werden, der von Kameraden unentgeltlich geleistet wurde.

1959

… beging die Wehr ihr 50-jähriges Gründungsfest im kleinen Rahmen, währenddessen dem wiederholt großzügigen Spender Anton Rumpl, Ofenberg, ein Ehrendiplom als „Feuerwehrgöd“ überreicht wurde.

1960 – 1965

… konnte Dank der Großzügigkeit der Gemeinde Windhag unter Bürgermeister Josef Dallinger eine VW-Motorspritze mit Anhänger angeschafft werden, die am 17. September 1961 die feierliche Segnung erhielt. Nachdem sich in den laufenden Jahren bei den zahlreichen und verschiedensten Ausfahrten zeigte, dass das Einsatzfahrzeug nicht mehr den Erfordernissen der Zeit entsprach, wurde in der Vollversammlung vom 3. Jänner 1965 beschlossen, ein neues Löschfahrzeug, Type Landrover, anzuschaffen.

Dieses wurde Dank der Gebefreudigkeit der Bevölkerung und der Gemeinde Windhag ermöglicht und am 26. September 1965 seiner Bestimmung übergeben. Es muss auch wieder ein Um- und Zubau am sehr beengten Platz des Zeughauses durchgeführt werden, wobei sich Gottfried Schwein, Unterweg, große Verdienste erwarb.

1966

… konnten die langersehnte Sirene und neue Trevira Schläuche angeschafft werden. Auch wurde in diesem Jahr der langbesprochene Löschteich im Ortsgebiet errichtet.

1970

… wurde ein Greifzug zur technischen Hilfeleistung angeschafft und die sehnlichst erwarteten Sommerhemden für die Teilnahme an Festlichkeiten angekauft.

Bei der Eröffnung des Zeughauses 1976.

1972 – 1976

… wurde ein Mannschaftswagen VW Bus angeschafft. Dies wurde notwendig, da bei einem Einsatz das Einsatzfahrzeug mit den erstankommenden Männern abfährt und alle mit dem Privatfahrzeug nachkommenden nicht versichert wären. Dadurch ergab sich wieder ein bekanntes Problem: Platzmangel im Zeughaus. Es wurde der Bau eines neuen Zeughaus erörtert und es konnte im Verein mit der Musikkapelle ein neues Gebäude errichtet werden, das den Erfordernissen der Zeit und auch in Zukunft entspricht.

Dank dem Entgegenkommen der Großgemeinde mit Bürgermeister Erich Vetter und Stadtrat Ökonomierat Ignaz Wührer an der Spitze, der guten Zusammenarbeit mit Musikvereinsobmann Gottfried Schwein, aller Feuerwehr- und Musikkameraden und nicht zuletzt der Gebe- und Arbeitsfreudigkeit aller Bewohner von Windhag und Umgebung ist es gelungen, dieses Werk zu vollenden und seiner Bestimmung zu übergeben.

Dies vollzog sich im Rahmen eines großen Festes am 22. August 1976. Die Feuerwehr Windhag zählt zu dem Zeitpunkt 36 Aktive und 8 Reservisten und hat keinerlei Nachwuchsprobleme, was in der materialistischen Zeit sehr bemerkenswert ist. Herrn Perz, Chef der Fa. IFE, sowie Herrn Baumeister Glaser wird für die großzügige Unterstützung beim Feuerwehrhausbau die Florianiplakette überreicht.

1980

… wird ein neuer VW Bus als Mannschaftsfahrzeug angeschafft.

1983

Ein gebrauchtes TLF 1000 wird von der FF Gaflenz, nach Beschluss einer ausserordentlichen Vollversammlung, angekauft. Ebenso wird in diesem Jahr eine neue VW Motorspritze mit Starter angeschafft.

1989

Im Einvernehmen mit der Gemeinde wird nach der Novellierung der Mindestausrüstungsverordnung, worauf mit Subventionen zu rechnen ist, der Ankauf eines neuen TLF2000 beschlossen. Nach längerem überlegen wird ein Steyr Fahrgestell 12S23 Allrad mit Rosenbauer-Aufbau bei der Fa. Rosenbauer bestellt.

Die Segnung des TLF 1000.

1990

Am 16. und 17. Juni 1990 Zeltfest und Segnung des neuen TLF 2000.

Die Segnung des TLF 2000.

Segnung des KLF.

1993

Aufgrund der anfallenden Reparaturen des alten Landrovers, BJ. 1965, wurde bei einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, ein neues Löschfahrzeug anzuschaffen.

Nach ausführlichen Verhandlungen mit der Gemeinde und der Fa. Rosenbauer wurde ein KLF, VW LT 40 Allrad angeschafft. Das neue Fahrzeug konnte Ende September 1993 in den Dienst gestellt werden.

Auch in den letzten Jahren gab es bemerkenswerte Höhepunkte in der Feuerwehr Windhag, von denen wir hier bald genauer berichten werden.